Musik und Gesellschaft im Diskurs

Eine Vortragsreihe

Max Webers Fragment gebliebene Schrift „Die rationalen und soziologischen Grundlagen der Musik“, entstanden in den Jahren 1912/13, bildet aus heutiger Sicht so etwas wie den „Urknall“ der wissenschaftlichen Disziplin Musiksoziologie im deutschsprachigen Raum.

Als Vertreterinnen des europaweit einzigen Instituts für Musiksoziologie (IMS) nahmen wir das 100-jährige Bestehen dieses Forschungszweiges zum Anlass, um die Vortragsreihe Musik und Gesellschaft im Diskurs zu initiieren.
 
Musiksoziologie präsentiert sich heute als ein eher kleines Fach, das einen vergleichsweise geringen Organisationsgrad aufweist (kaum spezifische Fachbücher, Zeitschriften oder Konferenzen) und weder über eine einheitliche Forschungstradition, noch über einen verbindlichen Kanon an Forschungsfragen und Methoden verfügt. Als solche hat Musiksoziologie im Verlauf ihrer Geschichte äußerst heterogene wissenschaftstheoretische Positionen und methodische Ansätze zur Erforschung des Verhältnisses von Musik und Gesellschaft hervorgebracht.
 
Das Anliegen unserer Vortragsreihe ist es, Wissenschaftler*innen aus unterschiedlichen Disziplinen (Soziologie, Musik-, Kultur-, Medienwissenschaften, Kulturanthropologie, Ethnologie, Cultural Studies u.v.a.) an die mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien einzuladen und ihre jeweiligen theoretischen und methodologischen Standpunkte zu diskutieren, um so zu einer aktuellen Bestandsaufnahme des Faches zu gelangen. Dabei geht es uns darum, inter- und transdisziplinäre Diskurse im heterogenen Feld der Musiksoziologie in ihrer Vielfalt zu prässentieren.
 
Wir hoffen, auf diese Weise den musiksoziologischen Diskurs anregen zu können, denn nicht zuletzt soll die Vortragsreihe Musik und Gesellschaft im Diskurs auch der Vernetzung der in diesem Bereich tätigen Wissenschaftler*innen dienen.
 
Sarah Chaker (chaker-s@mdw.ac.at), Rosa Reitsamer (reitsamer@mdw.ac.at)